Gerhard Ulrich, Landesbischof

 

Zukunftsfähige Bildung braucht Raum für das Unerwartete, für das nicht

Vorhersehbare …

 

Zu Recht sind die Erwartungen an schulisches Lernen hoch. Was ist es jedoch genau, das wir als Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland in den drei Bundesländern unserer Landeskirche von einer guten Schule in evangelischer Trägerschaft erwarten? Was erwarten Kinder und Jugendliche als die Hauptpersonen im Schulgeschehen von ihrer Schule? Was erwarten Pädagoginnen und Pädagogen in Schulleitung, Hort und Unterricht der evangelischen Schulstiftung von ihrer Stifterkirche? Was erwartet die Gesellschaft bei uns im Norden von uns? Und was erwarten Eltern, die ihr Kind in einer Schule der Ev. Schulstiftung anmelden?

 

Begründete Antworten beginnen mit soliden Fakten. Diese „Werkstattbroschüre“ liefert wichtige Informationen zu den Schulen der Schulstiftung der Nordkirche auf einen Blick – wohl wissend, wie sehr neben Zahlen und Daten der Geist entscheidet, der in einer Schule das Miteinander prägt. Zu Recht darf man in einer Schule in kirchlicher Trägerschaft das Wirken des Heiligen Geistes Gottes vermuten! Die kleinen und großen Augenblicke der Horizonterweiterung, des Entdeckens, der freiwilligen oft unbezahlten Unterstützungsleistungen, der Einsatzfreude, des Engagements mit professioneller Ausdauer auf höchstem fachlichen Niveau – niemand, der eine Schule betritt, geht ohne anrührende Begegnungen wieder heraus. Allen: Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen, im Unterricht ebenso wie im Sekretariat oder in der Hausmeisterwerkstatt, ist an einer lebendigen Kultur des Aufwachsens gelegen. Zu ihr gehört die Bereitschaft, das Personengeheimnis des Einzelnen zu respektieren; genauso wie die Erkenntnis, dass evangelisch verantwortete Bildung offen ist für das Unerwartete, für das schlummernde Talent, für die von Gott geschenkten Überraschungsmomente, für das ermunternde Staunen über kleine und große Fortschritte, für die Erkenntnis, dass Lernanstrengung und Zutrauen unvorhergesehene Entfaltung möglich macht. Ja, es gibt das gute Recht des Kindes auch auf Religion, für den Geist evangelisch gelebter Freiheit, die in Verantwortung für das Ganze führt, was sich Schule nennt.

 

Allen Verantwortlichen aus Vorstand, Kuratorium und Geschäftsstelle, aber auch den Kooperationspartnern in Wissenschaft, Politik und Verwaltung danke ich für die vielfältig erfahrbare Zusammenarbeit und Unterstützung! Allen Akteuren in den Schulen der Schulstiftung der Nordkirche wünsche ich, dass Sie weiter gemeinsam für kreative Lern- und Lebensorte sorgen und voller Phantasie und Leidenschaft dem evangelischen „Spirit der Wertschätzung“ neue Erfahrungsräume erschließen.

 

Diesem Spirit lässt sich am besten bei einem Besuch in einer unserer Schulen auf die Spur kommen – Sie sind herzlich willkommen!

 

 

Ihr

 

Gerhard Ulrich, Landesbischof

 

Schwerin im November 2013

Copyright © . Alle Rechte vorbehalten.